Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten in Bayern e. V.

"Stoff-Wechsel"

von Roswitha Vogtmann, Malerin
Angelika Summa, Bildhauerin
und der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten in Bayern e. V., vertreten durch Ingrid und Ulrich Rossner

Dialyse

Die lebenslang notwendige Abhängigkeit des nierenkranken Menschen von der Maschine liegt der Arbeit der beiden Künstlerinnen zugrunde. Die Installation "Stoff-Wechsel" ist deshalb dualistisch aufgebaut: Eine bleischwere Kugel mit ausufernden, biegsamen Rohren hält die Leinwand aufrecht, deren malerisches Geflecht aus bewegtem Blutrot, Gelb, Schwarz und Weiß in das pulsierende Innere des Menschen blicken lässt. Zwischen die beiden Pole Mensch - Technik drangen während der Entwicklung der Wettbewerbsarbeit noch andere Gedanken über Körperlichkeit und Emotionalität, die in die Gestaltung von "Stoff-Wechsel" mit einflossen: Abhängigkeit, Schutzraum, Hassliebe, Halten und Gehaltenwerden, Geduld, Reinigung, Kreislauf, Macht, Verletzung.

Die Dialyse-Sachverständigen, das Ehepaar Rossner, konnten sich mit dem Ergebnis identifizieren. Dass man sich das kugelige "Glomerulus", das kapillarartige Nierenkörperchen, welches für die lebensnotwendige Filtration zuständig ist, zwar mikroskopisch klein, aber ebenso verschlungen und verwoben wie in "Stoff-Wechsel" vorstellen muss, haben die beiden Künstlerinnen erst nach Beendigung ihrer Arbeit von Ingrid Rossner erfahren.

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