"Coming Out F" "Coming Out M"
"Links gestrickt" "Rechts gestrickt"
von Henry Walinda, Maler
Gabi Weinkauf, freischaffende Künstlerin
und dem Gesprächskreis für Eltern, Freunde und Angehörige Homosexueller, vertreten durch Angelika Mayer-Rutz
Viele Eltern und Angehörige Homosexueller sind nach dem "Outing" ihres Kindes erst einmal völlig verzweifelt, sind auf der Suche nach einem "Schuldigen" in einem Gedankenkarussell von Selbstvorwürfen, Angst und Wut verfangen. Es fällt schwer, das "Anderssein" des Kindes zu akzeptieren; es fällt schwer, die Trauer über das, was "verloren" ist (z. B. unsere Vorstellungen über das Leben unseres Kindes: heiraten - Kinder - Enkel etc.) wirklich zuzulassen, aber auch unser Kind nicht alleine zu lassen. Moralisierende Aussagen, wie wir uns "richtig" verhalten sollen helfen überhaupt nicht weiter.
Das "Eltern-Coming-Out" braucht Zeit und - vor allem - liebevolle Geduld mit sich und den widersprüchlichen Gefühlen, die auftauchen. Wichtig ist, unsere Wut und Trauer liebevoll anzunehmen, darüber zu reden, sich Ansprechpartner zu suchen. Es gilt eine "Trauerarbeit" zu leisten, an deren Ende das Akzeptieren der Homosexualität unseres Kindes stehen sollte. Und irgendwann, wenn wir uns stark genug fühlen, können wir aktiv in der Öffentlichkeit mithelfen den Vorurteilen, Stigmatisierungen und Ausgrenzungen, die leider immer noch bestehen, entgegenzutreten und die Homosexualität vorzustellen als das, was sie ist: eine der vielen Ausdrucksformen des Lebens. Und genau dieser Punkt heißt: Unser Kind ist weder krank noch "nicht normal" - eine der wichtigsten Überlegungen, aus der "SHG" einen Gesprächskreis zu machen. "Es ist, was es ist - sagt die Liebe!"
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